5 Fotografiefehler in der Landschaftsfotografie


Jeder und Jede hat irgendwann mal angefangen zu fotografieren. Dies gilt natürlich auch für mich. Ich kann mich noch genau daran erinnern: Vom Fieber gepackt und los ging die Fahrt. Fotografiert habe ich alles was mir vor die Linse gekommen ist, oder mich im Moment gerade interessierte. Viele Bilder sind so entstanden.


Wenn ich jetzt zurückblicke, sehe ich zwei Aspekte darin: Der erste - Ich konnte meinen Blick schulen und konnte mich mit dem vielen fotografieren auch weiterentwickeln und langsam verbessern. Der zweite - Viele Shots auf der Festplatte sind von schönen Reisen in fernen Ländern, von welchen ich heute folgendes denke: "Shit - warum ist das Bild ausgebrannt, zu flach, in JPG, zu grell" und, und, und.


Es ist grundsätzlich wichtig dass man Fehler macht. Doch wenn du diese 5 Fototipps weisst, kannst du die schon mal vermeiden!



FOTOGRAFIEFEHLER #1 - ZU HARTES LICHT


Zur falschen Zeit am richtigen Ort - oder so ähnlich ;-). Das Landschaftsmotiv wäre toll, alles passt, ausser das Licht! Bei diesem Gran Canaria Fotoreisen - Bild siehst du es: Das Licht ist zu hart, die Sonne zu steil am Himmel und geprägt von harten Schatten. Kontrastarme Bereiche und matte Farben entstehen.

Nicht schön und eines kann ich dir versprechen: Du wirst dieses Bild auch in der Bearbeitung nicht "schön" kriegen!



Ganz anders bei nächsten! Gewartet bis das Licht passt und voilà: Die Sonne steht tiefer, das Licht ist weicher und die Kontraste sind schöner.

Farben kommen besser zur Geltung und es ist ein grosser Unterschied zu vorher! Plötzlich sind so viele Reserven und Informationen im RAW, so dass mehr möglich ist in der Bildentwicklung. Die Aussage: "Ja heute ist fotografieren ja keine Kunst mehr - geht eh alles mit Photoshop". NEIN: Du wirst keinen Top Shot aus einem Bild kreieren, welches zur falschen Zeit- oder "schlecht" aufgenommen wurde!

Achte also auf das richtige Licht beim fotografieren!




FOTOGRAFIEFEHLER #2 - ZU FLACHE ODER UNDEFINIERTE KOMPOSITION


Grundsätzlich eine schöne Szene. Doch das Bild wirkt eher flach und es ist nicht ganz klar, was gezeigt werden soll. Sprich der Betrachter wird sich dieses Bild ansehen, kurz an den Blumen verweilen und dann nicht weiter auf das Motiv eingehen. Warum? Durch den tiefen Blickwinkel, sind die Blumen zu präsent und die Tiefe fehlt. Ein nicht idealer Bildaufbau.



Anders bei diesem Bild - entstanden bei einem Foto Kurs. Es ist ganz klar definiert, was gezeigt werden soll. Nämlich die Blumen und Farben des Frühlings im Vordergrund und der Obstbaum mit Sonnenstern. Das Wichtigste: Es besteht eine Verbindung zwischen Vorder- und Hintergrund. Das heisst, der Blick wird geführt und dies ist sehr wichtig. Versuche Vorder- und Hintergrund miteinander zu verbinden.

Bildaufbau in der Fotografie ist eine vielseitige Geschichte - Übung macht den Meister und die Meisterin.










FOTOGRAFIEFEHLER #3 VERLASSE DICH NICHT AUF DIE BELICHTUNGSWAAGE

Du kennst sie bestimmt:

Die Belichtungswaage in deiner Kamera, welche dir zeigt, ob du die Belichtung "auf 0" eingestellt hast oder nicht. Also ob dein Bild unter- oder überbelichtet ist.

Schön und gut - doch verlässt du dich nur darauf, wirst du Bilder schiessen, die womöglich zu hell und ausgebrannt sind. Warum? Die Belichtungswaage zeigt nur einen Durchschnitt der ganzen Lichtern und Informationen an, welche die Kamera im Moment der Aufnahme misst. Dies kann heissen, das gewisse Bereiche im Bild trotzdem zu hell oder zu dunkel sind.


Lösung: Überprüfe dein Bild mit dem Histogramm - so weisst du, wo du stehst mit deinen Einstellungen und ob du zu dunkel oder zu hell belichtet hast in deinem Landschaftsbild.




FOTOGRAFIEFEHLER #4 DEFINIERE GUTE BILDER NICHT ÜBER DIE AUSRÜSTUNG


Da muss ich dich entweder enttäuschen oder kann dich beruhigen. Wie viele begeisterte Fotograf*innen kommen zB. nicht auf eine Fotoreise weil sie vielleicht denken, "dass man da eh eine Profikamera" besitzen muss. Oder wie verbreitet ist der Gedanke, dass man nur mit einer Vollformatkamera gute Bilder einfängt. Dass diese Kameras eine höhere Auflösung und Dynamikumfang haben, darüber müssen wir nicht diskutieren.

Eine andere Frage: Die damit verbundenen, hohen Datenmengen müssen verarbeitet und gespeichert werden. Die schwereren (und teureren) Objektive müssen auch durch die Gegend getragen werden.


Was bringt dir ein riesiger Objektiv-Park und teures Material, wenn du vielleicht noch nicht den Blick für Motive hast oder in der Vollautomatik fotografierst? Was will ich damit sagen: Die beste Kamera ist die, die du in deinen Händen hältst! Genau - denn Auflösung und high class Performance ist nicht alles. Es geht darum einen Moment festzuhalten. Und dies kannst du auch mit APS-C o.ä in hoher Qualität umsetzten. Es spricht nichts gegen eine teure Ausrüstung, doch hab Spass am fotografieren, mach dies intensiv und der Moment wird kommen wo du genau merkst was du brauchst und was nicht.

Investiere in gute Objektive und Reisen - Du wirst mehr davon haben!



FOTOGRAFIEFEHLER #5 NICHT GLEICH DRAUF LOS SCHIESSEN


Du kommst an eine neue Location, Kamera raus und gleich drauf los schiessen. Weisst du was ich mache? Der Rucksack bleibt erst mal zu. Denn ich schaue mir die Umgebung erst an, verschaffe mir einen Überblick, checke die Lichtverhältnisse und suche mir mögliche Kompositionen. Bin ich fündig geworden, fange ich an mit meinen Bildern, kann so effizienter fotografieren und generiere weniger "Ausschuss". Ebenfalls hilft es, gezielter nach Bildausschnitten suchen zu können und weniger zu übersehen.